Mit einem gemeinsamen „Angießen“ begrüßten am Donnerstagvormittag Repräsentanten des Thüringer Pilotprojektes Wanderbaumallee zehn kleine Neuankömmlinge in der Rudolstädter Innenstadt. Die Rede ist von Pflanzkübeln mit Bäumen wie Zierkirsche, Ahorn und Co. Diese sollen in den kommenden Monaten als Teil eines umfassenden Konzepts das Bewusstsein für das Thema Verödung der Thüringer Innenstädte schärfen.
Bürgermeister Jörg Reichl wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass Innenstädte auch unter veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen wichtige Orte der Begegnung und Kommunikation bleiben und urbane Grüninfrastrukturen nicht nur Begegnungsräume schaffen, sondern auch zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Stadtklimas beitragen. „Eine direkte Begrünung der Rudolstädter ‚Flaniermeile‘ ist aufgrund der Lage vieler Medien im Untergrund leider nicht möglich“, so Reichl. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projektes, auf die Notwendigkeit der Integration von grüner Infrastruktur in die Stadtplanung aufmerksam zu machen.
Die Stadtentwicklungsgesellschaft Rudolstadt mbH (SER) hatte sich im Vorfeld für die Akquise entsprechender Fördermittel zur Begrünung der Innenstadt verantwortlich gezeigt. Nach der Bewilligung der Mittel, die nach einem Auswahlverfahren durch das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur im vergangenen Jahr erfolgte, wurde mit dem Lebenshilfewerk Ilmenau/Rudolstadt e.V. ein inklusiver Kooperationspartner für die Umsetzung des Konzeptes gefunden, dessen Mitarbeiter sich um die Anzucht der Bäume kümmerten und die Verkleidung der Gitterboxpaletten, die als transportable Kübel dienen, herstellten. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist, dass die Bäume im Laufe des Jahres ihren Standort wechseln können. Ihren endgültigen Standort sollen die Bäume im Herbst auf dem Außengelände der Grundschule Rudolstadt-West erhalten.