Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt (1852-1925)
Der letzte Fürst
Der letzte Fürst
Vom Prediger zum Porzellanpionier
Verleger zwischen Lebensreform, Avantgarde und Parteidoktrin
Haltung in unruhigen Zeiten
Es gibt Menschen, die eine Stadt nicht nur bewohnen, sondern ihr Gesicht mitprägen. Waldemar Klinghammer gehörte zu ihnen. Jurist von Beruf, Mundartdichter aus Leidenschaft und engagierter Bürger aus Überzeugung, verband er in seinem Leben vieles von dem, was Rudolstadt um 1900 ausmachte: Bildungsbürgertum, Heimatverbundenheit, Vereinsleben und den Wunsch, der eigenen Stadt etwas Bleibendes zu hinterlassen.
Wenn wir an das ausgehende 18. Jahrhundert denken, erscheinen vor unserem inneren Auge meist Männer.
Manchmal besteht politische Größe nicht darin, laut aufzutreten. Manchmal zeigt sie sich darin, über Jahrzehnte hinweg Verantwortung zu tragen, Krisen auszuhalten, Kompromisse zu ermöglichen und einen Staat durch Zeiten zu führen, in denen sich ringsum die politische Welt verändert. Hermann von Bertrab war ein solcher Mann. Mehr als drei Jahrzehnte lang bestimmte er die Geschicke des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt – länger als mancher Fürst, Kanzler oder Regierungschef seiner Epoche.
Manchmal erzählt eine Auszeichnung mehr über eine Stadt als über diejenigen, die sie erhalten. Als der Rudolstädter Magistrat am 17. März 1856 Heinrich Adalbert Freiherr von Gleichen-Rußwurm und seine Ehefrau Emilie zu Ehrenbürgern ernannte, ehrte er nicht in erster Linie politische Leistungen, wirtschaftlichen Erfolg oder ein langjähriges kommunales Amt. Gewürdigt wurden die engen familiären Verbindungen der Familien von Gleichen-Rußwurm und Schiller mit Rudolstadt. Damit machte die Stadt zugleich deutlich, welchen Platz sie selbst in der Geschichte Friedrich Schillers und der deutschen Klassik für sich beanspruchte.
Wenn Rudolstadt heute den Namen „Schillerstadt“ trägt und für eine Stadt seiner Größe über ein außergewöhnlich vielfältiges Kulturangebot verfügt, dann ist das nicht allein das Ergebnis einzelner glücklicher Entwicklungen. Es gibt dafür historische Grundlagen. Eine davon wurde in der Regierungszeit von Fürst Ludwig Friedrich II. gelegt.
Vom glühenden Draht zur großen Industriegeschichte
Der Bewahrer, der Neues möglich machte
Zwei Köpfe, ein Lebenswerk
Der Mann im Hintergrund
Eine Frau, die Verantwortung übernahm
Der Mann, der das Spiel ernst nahm
Ein Name, der mit Rudolstadts Industriegeschichte verbunden bleibt
Die letzte Fürstin und ihr Blick auf eine verschwindende Welt
Der Mann, der den Wald lesen lernte
Der Rudolstädter, der das Buch zur Bühne der Moderne machte
Der Mann, der Rudolstadt eine Krone gab
Die Rudolstädterin, die dem Alten Ägypten eine poetische Stimme gab
Der Mann, der Rudolstadt einen Anker gab
Hofmaler, Bürgermeister und Chronist einer ganzen Epoche
Wegbereiterin der modernen Museumskultur auf der Heidecksburg