05.08.2026

Auszubildende beleben den Schillerwanderweg neu

Audioguide, Flyer und erste Informationsstele machen Schillers Spuren in Rudolstadt neu erlebbar

Der Schillerwanderweg in Rudolstadt erhält ein neues Konzept. Ein Jahr lang haben die Auszubildenden der Stadtverwaltung daran gearbeitet, den bestehenden Wanderweg weiterzuentwickeln und für Einheimische sowie Gäste attraktiver zu gestalten. Das Ergebnis wurde nun im Schillerhaus vorgestellt.

Der überarbeitete Schillerwanderweg besteht künftig aus zwei möglichen Routen. Eine kürzere Runde führt durch die Innenstadt. Die längere Strecke verläuft zusätzlich bis nach Volkstedt und zur Schillershöhe. Beide Routen verbinden wichtige Wohn- und Wirkungsstätten Friedrich Schillers mit Orten, die an seinen Aufenthalt in Rudolstadt erinnern. Zugleich beziehen sie die landschaftlich reizvolle Umgebung der Stadt ein.

Kernstück des Projektes ist ein digitaler Audioguide. Für die gesprochenen Rollen konnten die Schauspieler Markus Ostberg als Friedrich Schiller und Anne Kies als Charlotte von Lengefeld vom Schiller-Theater gewonnen werden. Der Audioguide ist unter schillerwanderweg.rudolstadt.de abrufbar und begleitet Interessierte entlang der einzelnen Stationen.

Darüber hinaus entwickelten die Auszubildenden einen neuen Flyer und ein Gestaltungskonzept für Informationsstelen an den jeweiligen Standorten. Die erste Stele konnte bereits an der Stadtkirche St. Andreas aufgestellt werden. Insgesamt sind acht weitere Stelen an den Stationen des Wanderweges geplant.

Die Idee für das Projekt entstand, da bisherige Informationsmaterialien zum Schillerwanderweg vergriffen waren. Als Anregung diente auch der Tellsweg in Altdorf in der Schweiz. Daraus entwickelte sich der Ansatz, die Rudolstädter Schillerorte nicht nur miteinander zu verbinden, sondern sie durch digitale und gedruckte Informationen stärker erlebbar zu machen.

Unterstützung erhielten die Auszubildenden von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung. Diese begleiteten unter anderem die Fördermittelsuche und die Projektsteuerung. Weitere Unterstützung gab es bei der technischen Umsetzung und Programmierung des Audioguides sowie bei der Gestaltung des Flyers.

Die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt unterstützte das Projekt mit 1.800 Euro für die erste Stehle. Weitere 200 Euro stellte der Förderverein des Schillerhauses zur Verfügung.

Das eigenständige Projekt ist Teil der Ausbildung bei der Stadtverwaltung Rudolstadt. Auszubildende im zweiten Lehrjahr erhalten die Möglichkeit, eine eigene Idee für die Stadt von der Planung bis zur Umsetzung zu begleiten. Dabei lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, Abläufe zu koordinieren und mit verschiedenen Fachbereichen und Partnern zusammenzuarbeiten. In den vergangenen Jahren entstanden auf diese Weise unter anderem neue Waldflächen durch Aufforstungen und Nisthilfen für bedrohte Vogelarten.

Bei der Vorstellung im Schillerhaus fand das Ausbildungsprojekt mit selbst gebackenen Schillerlocken seinen vorläufigen Abschluss. Gleichzeitig übergaben die Auszubildenden die weitere Umsetzung offiziell an Cara-Maria Trost, Leiterin des Bereichs Tourismus der Stadt Rudolstadt. Damit soll sichergestellt werden, dass die geplanten Stelen an den weiteren Stationsstandorten schrittweise realisiert werden und der neu gestaltete Schillerwanderweg dauerhaft weiterentwickelt wird. Für eine weitere Stele liegt bereits eine Finanzierungszusage der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt vor.

Michael Wirkner | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit