In dieser Woche wurde der Schulgarten der Staatlichen Grundschule Remda wieder zum Lernort unter freiem Himmel. Im Rahmen der GemüseAckerdemie, einem Projekt von Acker e. V., griffen die Schülerinnen und Schüler selbst zu Saatgut und Gartengeräten. Gemeinsam wurde ausgesät, geerntet und besprochen, was Pflanzen benötigen, damit aus kleinen Samen später Lebensmittel entstehen.
Auf dem Programm standen dieses Mal Spinat, Feldsalat und Chinakohl, die von den Kindern ausgesät wurden. Gleichzeitig konnten Kartoffeln und Radieschen geerntet werden. Die praktische Arbeit vermittelt den Schülerinnen und Schülern unmittelbar, wie Lebensmittel angebaut werden und wie viel Pflege und Zeit bis zur Ernte notwendig sind.
Vor Ort machte sich auch der 1. Beigeordnete der Stadt Rudolstadt, Mirko Schreiber, ein Bild von dem Projekt. Er würdigte insbesondere den praktischen Ansatz der GemüseAckerdemie und das Engagement der Kinder: "Ihr könnt hier mit eigenen Händen erleben, wie aus einem kleinen Samen etwas wächst, das später auf dem Teller liegt. Wer selbst pflanzt, pflegt und erntet, versteht auch besser, wie wertvoll unsere Lebensmittel sind."
Angeleitet wurden die Kinder von Helene Wöllner. Sie unterstützt das Projekt ehrenamtlich in Thüringen als AckerCoach und begleitet die Schülerinnen und Schüler bei den einzelnen Arbeitsschritten. Dabei geht es nicht nur darum, richtig zu säen oder zu ernten. Die Kinder sollen verstehen, was sie auf dem Acker tun, Verantwortung für die Pflanzen übernehmen und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln entwickeln.
Die GemüseAckerdemie ergänzt damit den Heimat- und Sachkundeunterricht auf praktische Weise. Begleitende Arbeitsmaterialien ermöglichen es, die Erfahrungen aus dem Schulgarten anschließend im Unterricht aufzugreifen und weiterzuführen. Gerade für eine Schule im ländlich geprägten Raum bietet das Projekt viele Anknüpfungspunkte an die unmittelbare Lebenswelt der Kinder.
Saatgut und Pflanzen werden im Rahmen des Projektes mit Unterstützung der AOK PLUS zur Verfügung gestellt. Ein wichtiger Teil des Projektes ist zugleich das Engagement der Eltern. Als sogenannte AckerBuddies helfen sie ehrenamtlich bei der Pflege des Schulgartens. Besonders während der heißen Sommerferien war diese Unterstützung wichtig: Eltern sorgten dafür, dass die Beete regelmäßig gegossen wurden und die Pflanzen die trockenen Wochen gut überstanden.
So bleibt der Schulgarten auch außerhalb der gemeinsamen Ackertage ein Lernort, für den Kinder, Schule und Eltern gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler erleben dabei den gesamten Weg vom Säen über die Pflege bis zur Ernte und lernen, selbst angebaute Lebensmittel und die dafür notwendige Arbeit wertzuschätzen.