Remda gehört nach archäologischen und urkundlichen Quellen wie Rudolstadt zu den ältesten Orten in Thüringen. Vom 12.09. bis 20.09.2026 wird das Jubiläum in Remda mit einer Festwoche gefeiert, die am 12.09. mit einem bunten Programm im Haus der Vereine eröffnet wird. Ein Komitee aus Mitgliedern der ortsansässigen Vereine und Vertretern des Ortsteilrates Remda bereitet gegenwärtig die Feierlichkeiten vor. Über das komplette Programm wird demnächst informiert. Auch eine Festschrift mit aktualisierter Chronik, neuen Erkenntnissen und Dokumenten ist in Arbeit. Darin wird über die historisch unterschiedlichen Herrschafts- und Lebensverhältnisse in Remda berichtet. Zahlreiche Einwohner haben bereits Fotos und Zeitdokumente beigesteuert. Sensationell darunter ist ein Bestand von über 2400 Fotos auf Glasplatten, die Walter Moßdorf in den 1930er und 1940er Jahren aufgenommen hat. Einzelne daraus werden in der Festschrift veröffentlicht. Wer 1250 Jahre zurückblickt, begibt sich unwillkürlich auf Zeitreise und so schaut das Team immer wieder auf die Zeugnisse der Vergangenheit. Die ersten schriftlichen Nachweise des Ortes finden sich zwischen 750 und 779. In dieser Zeit macht ein Graf Gumprath dem Kloster Fulda eine Schenkung in drei Remda genannten Dörfern „in tribus villulis Remnidi“. Remda und Rudolstadt werden im gleichen Zusammenhang in den Güterverzeichnissen der Klöster Fulda und Hersfeld genannt. Das Hersfelder Kopialbuch „Brevarium sancti Lulli“ wurde zwischen 802 und 814 angefertigt und zählt Schenkungen Kaiser Karls des Großen an das Kloster, private Stiftungen und Erwerbungen nach dem Tod des Klostergründers Lullus, dem Erzbischof von Mainz, auf. Die meisten der 196 Ortschaften in dem Verzeichnis liegen in Thüringen. Remda und Rudolstadt findet man im Verzeichnis an 25. und 26. Stelle.
Spatenforschung hat eine frühe Besiedlung des Remdaer Gebietes seit dem 1. Jh. v. Chr. nachgewiesen, wie Dr. Heinz Deubler (1913-2004) schreibt. Er war Kreisbodendenkmalpfleger, Museologe, Mitbegründer von Kulturbund, Volkshochschule und der bis heute regelmäßig erscheinenden Schriftenreihe „Rudolstädter Heimathefte“, deren Namensgeber er auch ist. Mit seiner Forschungsarbeit in und um Remda hat er ein wertvolles Erbe hinterlassen. Zahlreiche Remdaer haben seit 1965 mit Begeisterung an den planmäßig unter seiner Leitung stattfindenden Grabungen teilgenommen und sowohl Siedlungsreste als auch Reihengräber aus der frühen Kaiserzeit und dem frühen Mittelalter freigelegt. Südwestlich von Sundremda, in den ehemaligen Tuffgruben am Südrand von Remda und zwischen Remda und Altremda wurden Grabungen durchgeführt, letztere als Notbergung von Funden bei Baumaßnahmen zu einer Schweinezuchtanlage. Das größte archäologische Gräberfeld befand sich nahe Sundremda. Sundremda ist heute das einzige der Remdaer Dörfer, das nicht nach Remda eingemeindet ist und darum eigenständiger Ortsteil von Rudolstadt. Auch hier wird 1250 Jahre Ersterwähnung gefeiert. Es gibt dort eine Festwoche vom 22.05. bis 31.05.2026. Remda selbst wird heute aus Unkenntnis oft als Dorf bezeichnet. Das Rathaus, dem 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen, fehlt in der Ortsmitte als präsentes Wahrzeichen der Stadt. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Stattdessen entstand dezentral zum Ort aber zentral für alle umliegenden Orte Anfang der 1950er Jahre eine neue Schule, die im Vorjahr ihr 70-jähriges Bestehen feierte. Aber schon 1286 wird Remda erstmals als Stadt nachgewiesen, also vor 740 Jahren. In Unterscheidung zu den Remdaer Dörfern wurde es bis 1922 Stadtremda genannt. Das Stadtwappen zeigt den gelben Löwen auf blauem Grund. Als Stadtgründer gelten die Schwarzburger Grafen, die im ältesten Teil Remdas neben der Kirche eine Burg besaßen. Reste der Stadtmauer sind teilweise noch gut erhalten. Nach mehrmaligem Herrschaftswechsel gehörte Remda von 1741 bis 1918 zum Herrschaftsbereich des Fürstentums Sachsen-Weimar-Eisenach (ab 1815 Großherzogtum). Hauptstadt war Weimar. Zu den Besonderheiten von Remda zählt auch die über 300 Jahre andauernde Verwaltung des Ortes durch die Universität Jena. In Apolda und Remda befanden sich die beiden Dotalgüter der Akademie, was man in der damaligen Satzung der Universität nachlesen kann. Zu dieser interessanten Geschichte gibt es im Vorfeld der Festwoche am 05.09.2026 im Haus der Vereine einen Vortrag vom Leiter des Archivs der Universitätsbibliothek Jena mit Titel „Stadt und Gut Remda und die Universität Jena 1633-1941“. Es lohnt sich, diesen Termin schon jetzt im Kalender zu vermerken.