Das Rudolstädter Vogelschießen grenzt sich als Thüringens größtes Volksfest bewusst vom Allerwelts-Rummel ab: Alles wird „wie im Theater“ durchdacht in Szene gesetzt – kein beliebiges Fest mit Schaustellern als schmückendem Beiwerk, sondern ein traditionelles Volksfest mit besonderer Prägung, großstädtischem Flair, aber kleinstädtischer Gemütlichkeit. Ohne die jahrzehntelange Erfahrung und das persönliche Engagement, das die Stadt Rudolstadt in Gestalt von Veranstaltungsreferent Frank Grünert dem traditionellen Fest bei der Gestaltung, der Auswahl der Schausteller und der Platzierung der Geschäfte angedeihen lässt, wären der hohe Stellenwert dieses Traditionsfestes und seine Magie nicht denkbar.
Diese Philosophie spiegelt sich seit 1997 auch in den Radiospots zum Fest wider. Hendrik Püschel, der seit 1997 kreativ mit Entwicklung und Produktion betraut ist, zeichnet für das aktuelle Fest einen strukturierten kreativen Prozess nach: „Am Anfang stand die Überlegung, dass wir der einzige Rummel sind, bei dem seit 1722 auf einen Holzvogel geschossen wird – und der 2026 gleichzeitig einen sicheren freien Fall aus 80 Metern bietet. Also: 300 Jahre Brauchtum trifft auf Schausteller-Hightech. Kein Fest kann das kopieren, weil kein Fest diesen Vogel hat. Darum steht er im Mittelpunkt eines der drei Spotmotive.“
Erzähler des Spots ist der Vogel selbst: 300 Jahre alt, leidgeprüft, ein bisschen neidisch auf den Rest des Platzes und Sympathieträger für Groß und Klein. Das funktioniert ohne Vorwissen, und der Gag erklärt nebenbei den Namen des Festes.
Ein weiteres Motiv, „Der älteste Werbespot Thüringens“, spielt ebenfalls mit der Historie, Friedrich Schiller und seinem berühmten Zitat: „Haben Sie nicht Lust, unser berühmtes Vogelschießen zu besuchen?“ Und weil aller guten Dinge drei sind, gibt es im dritten Spot „Rechenaufgabe“ einen launigen Vergleich zwischen der Dauer eines Radiospots und dem Fall vom Freifallturm.
„Die meiste Arbeit steckt neben der Textkreation in diesem Jahr aber auch im neuen Signature-Sound, der in allen Spots auftaucht“, verrät Hendrik Püschel. „Das Geräusch eines Armbrustbolzens, der von rechts nach links durchs Bild zischt und in Holz einschlägt. In den ersten 1,5 Sekunden weiß niemand, was das war – und alle hören hin.“
Aufnahme und Sounddesign waren unerwartet schwierig. „Da kann man nichts aus der Soundbibliothek nehmen. Da ist echtes Experimentieren und Probieren gefragt.“ Am Ende haben ein Stück Kaminholz, ein Schraubenzieher und ein Zollstock für das einzigartige Geräusch gesorgt.
Die alten und neuen Fans des kulturvollen Rummel-Bummels auf der Bleichwiese an der Saale dürfen sich ab dem 18. August auf die neuen Funkspots auf den Thüringer Radiostationen freuen.
Die Sprecher der Funkspots 2026 sind Conrad Voigt, Kassandra von den Steinen und Luca Nauschütz vom theater-spiel-laden. Sprecher & Produzent ist Hendrik Püschel.
Hier die Radiospots anhören.