Vergangenen Samstag wurde es im Schminkkasten voll: Der Brandenburger Kulturstadl aus der Partnerstadt Bayreuth war zu Gast in Rudolstadt und präsentierte dem Publikum eine moderne Version des Märchens „Dornröschen“. Die Veranstaltung war Teil der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Rudolstadt und Bayreuth und markierte einen weiteren Höhepunkt im kulturellen Austausch zwischen den beiden Städten.
Bereits seit der Wende bestehen enge Kontakte zwischen dem theater-spiel-laden Rudolstadt und dem Brandenburger Kulturstadl. Zuletzt gastierte der theater-spiel-laden mit seiner modernen Version der „Prinzessin auf der Erbse“ in Bayreuth. Nach langer Planung war es nun endlich so weit, dass das Bayreuther Ensemble wieder auf einer Rudolstädter Bühne zu sehen war. Im ausverkauften Schminkkasten zeigten die Darstellerinnen und Darsteller das Stück “Dornröschen oder der verflixte 13te Teller”, eine humorvolle, moderne Interpretation des bekannten Märchens.
Das Publikum – Kinder wie Erwachsene – erlebte eine Inszenierung voller Heiterkeit, Spielfreude und kreativer Wendungen. Die Handlung rund um die 13. Fee, einen verhängnisvollen Wunsch und das Fehlen eines rettenden Prinzen sorgte für zahlreiche Lacher und lebhafte Reaktionen im Zuschauerraum. Besonders erfreulich: Auch Erwachsene konnten mit einigen Anspielungen ihren Spaß haben.
„Eigentlich hatten wir das Stück bereits im vergangenen Jahr abgespielt. Wir waren alle so traurig darüber, dass wir es unbedingt auch noch mal dem Rudolstädter Publikum zeigen wollten“, erklärte Darstellerin Kerstin Dettlaff-Mayer nach der Vorstellung.
Geleitet wurde die Inszenierung von Angelika und Jessica Zapf. Der Verein Brandenburger Kulturstadl hat eine eigene Spielstätte und steht seit über 40 Jahren für unterhaltsames Theater, ehrenamtliches Engagement und die Förderung junger Talente in der Wagnerstadt.
Stephan Müller, Vorstandsmitglied im Brandenburger Kulturstadl und seit vielen Jahren auch als Mitglied des Bayreuther Stadtrats im Dienst der Städtepartnerschaft aktiv, begleitet diese kulturellen Austausche regelmäßig. „Zum dritten Mal jetzt auch mit dem Brandenburger Kulturstadl in Rudolstadt. Endlich, nach einer langen Zeit! Ich freue mich schon jetzt, bald auch mal wieder den theater-spiel-laden Rudolstadt in Bayreuth empfangen zu können”, sagte Müller beim anschließenden Gespräch. Auch hier laufen bereits Gespräche mit dem Leiter der Rudolstädter Theatergruppe Frank Grünert, der das Gastspiel koordinierte.
Bürgermeister Jörg Reichl, der die Vorstellung mit zwei seiner Enkelkinder besuchte, zeigte sich beeindruckt von dem Besuch des Ensembles. „Es ist tatsächlich das erste Mal in meiner 20-jährigen Amtszeit, dass die Gruppe hier auftritt. Vielleicht können wir das ja jetzt häufiger machen“, so Reichl.
Neben dem Auftritt bot der Besuch auch ein von den Gastgebern organisiertes kulturelles Rahmenprogramm: Michael Kliefert, Chefdramaturg des Rudolstädter Theaters, führte die Gäste durch das neue Schiller-Theater. Eine besondere Führung durch die Wohnräume auf Schloss Heidecksburg übernahm die „Kammerzofe“ alias Amelie Alsleben vom theater-spiel-laden. Zum Abschluss lud Bürgermeister Reichl die Theatergruppe privat zu einem gemeinsamen Essen in die Theater-Bar im Stadthaus ein.