Die Interkulturelle Woche steht seit mehr als 50 Jahren für Begegnung, Dialog und den festen Glauben daran, dass eine vielfältige Gesellschaft stärker ist als Ausgrenzung und Spaltung. Auch im Jahr 2026 bleibt ihre Botschaft hochaktuell. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten vielerorts von Unsicherheit, Polarisierung und dem Ruf nach einfachen Antworten geprägt werden, setzt sie ein klares Zeichen für Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt und die Würde jedes einzelnen Menschen. Sie erinnert uns daran, dass jeder Mensch – unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion, Lebensgeschichte oder sozialem Status – ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft ist und mit seinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Perspektiven zum Gelingen unseres Zusammenlebens beiträgt.
Das diesjährige Programm bietet dabei neben den „Klassikern“ wie der Interkulturellen Kurzfilmnacht („Animierend animiert“) am 25.09. in den Rudolstädter Saalgärten, dem Interkulturellen Gottesdienst am Weltkindertag in der Saalfelder Johanneskirche (20.09.) oder dem „Fairen Frühstück“ am 12.09. im Weltladen Saalfeld wieder eine Vielzahl weiterer Highlights und auch neuer Formate, die zum Dialog und zur Begegnung einladen. So geht es beispielsweise am Tag der Deutschen Einheit auf die Saale, um Wissenswertes zum Thema Wasser zu erfahren. Der Global Social Network e.V. lädt mit Unterstützung von „Abenteuer in Thüringen“ zur gemeinsamen Bootsfahrt von Uhlstädt nach Orlamünde ein. Ein Erzählcafé in der Freiwilligenagentur „Vielfalt“ ermöglicht es wiederum migrantische Perspektiven aus der Region kennenzulernen (17.09.) und der Gesprächsspaziergang “Auf der Erfolgsspur“ (07.10.) führt durch die Rudolstädter Innenstadt, um mit Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationsgeschichte in den Austausch zu treten.
Mit den Kreativworkshops „Mama und ich sind Künstlerinnen“ im Beulwitzer Werkhaus (04., 11., 18., 25.09.), dem Bilderbuch-Kino auf Englisch (15.09.) und Französisch (29.09.) in der Saalfelder Stadt- und Kreisbibliothek, dem Großelterntag auf der Heidecksburg (11.10.) oder auch der Musikalischen Weltreise mit Alan Torres in der Rudolstädter Stadtkirche (19.09.) gibt es auch wieder zahlreiche Angebote für Kinder und Familien, die allesamt kostenlos sind.
Besonders erfreulich ist, dass es 2026 nach mehreren Jahren wieder eine zentrale Eröffnungsveranstaltung für die Interkulturelle Wochen geben wird. Diese findet am 14.09. ab 17:00 Uhr bei der Batix Software GmbH in der Saalfelder Saalstraße statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage welche Möglichkeiten, Chancen aber auch Probleme junge Migrantinnen und Migranten auf dem hiesigen Arbeitsmarkt haben. Die Gäste erwartet zudem die Eröffnung der Ausstellung „Wir sind hier“, der Beulwitzer Jugendredaktion des SRB-Das Bürgerradio im Städtedreieck.
Ausstellungen sind im diesjährigen Programm ohnehin gut vertreten. Bereits jetzt kann „Thüringen – Land der offenen Heimat(en)“ in der Johanneskirche Saalfeld (bis 31.10.) besichtigt werden. Die Ausstellung dient als Anregung zur Diskussion eines weltoffenen Heimatverständnisses. Zwei weitere Schauen werden am 16.09. eröffnet. Eine Fotoausstellung beschäftigt sich mit Nicaragua einem „Land voll Licht und Schatten“. Die Aufnahmen von Christiane Weber erzählen von den Gegensätzen im „Land der tausend Vulkane“: Sie zeigen beeindruckende Landschaften, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sowie die große Herzlichkeit der Menschen. Gleichzeitig dokumentieren sie die Armut vieler Familien und machen deutlich, wie eng Naturschönheit und soziale Herausforderungen nebeneinander bestehen. Zu sehen bis zum 12.10. in der Galeria Rudolstadt. Ein anderes Thema nimmt die Ausstellung „GLEICH GERECHT?! - Inklusive Arbeit = menschenwürdig leben“ in den Saalfelder Thüringen Kliniken in den Fokus. Sie zeigt auf, warum inklusive und menschenwürdige Arbeit ein wichtiger Baustein für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung ist. Anhand von Beispielen und globalen Zusammenhängen macht sie Herausforderungen sichtbar und zeigt Wege zu mehr Teilhabe auf. Allein anhand der vier Ausstellungen wird deutlich wie vielfältig die Perspektiven und Themen sind, mit der sich die diesjährigen IKW beschäftigen.
Nicht fehlen dürfen die alljährlichen Konzerte, die immer ein Highlight darstellen. Los geht es gleich am 12.09. mit Kaza Hadda in der Bad Blankenburger Stadtkirche (18:00 Uhr). Fans orientalischer Musik werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Einen unterhaltsamen Abend verspricht auch das Kirchenkonzert mit Tameranko in der Marienkirche Obernitz (10.10.). Die Musiker:innen aus Jena laden zu „Zwei Holzbläser, ein Akkordeonist und jede Menge Klezmer.“ ein. Den Abschluss der Interkulturellen Wochen bildet schließlich das Konzert mit der ägyptischen Harfenistin Neam Tarek (11.10.) in der Stadtbibliothek Rudolstadt.
Gemeinsam gefeiert wird natürlich auch, z.B. beim Rudolstädter Gemeindefest (27.09.) im Lesegarten der Stadtbibliothek oder dem „Bunten Treiben“ im Quartier Alte Kaserne in der Beulwitzer Straße in Saalfeld (02.10.). Seinen Sie herzlich eingeladen und nutzen die die Chance nicht nur die Welt, sondern auch andere Menschen neu kennenzulernen!
Die Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und findet seit 1975 jährlich statt. Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ein Ziel der Interkulturellen Woche. Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt werden die Interkulturellen Wochen von mehr als 30 regionalen Akteuren gemeinsam organisiert und durchgeführt. Die Koordinierung übernimmt die lokale Partnerschaft für Demokratie, die die Interkulturellen Wochen auch finanziell unterstützt.