11.03.2026

Die Kunst, weiterzumachen und der Mut zur Ungewissheit

Schauspiel „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ hat Premiere in Rudolstadt

Zwischen dem eigenen Anspruch und der Realität klafft häufig eine Lücke, zuweilen eine entsetzliche. Eine entsetzliche Lücke entsteht oft auch durch den Verlust eines nahen Verwandten. Beide Erfahrungen macht Joachim nach dem Tod seines Bruders in der Schauspielschule und landet dort, wo viele beginnen: im Ungewissen. Mit skurrilen Übungen, Verrenkungen auf Bühnen und einem sonderbaren Alltag erzählt Joachim von seiner Reise durch die Absurditäten des Schauspiellebens. Zeitgleich steht er vor der Herausforderung, seine versteckte Trauer zu bewältigen. Nach dem Kinostart kommt nun das Schauspiel „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, basierend auf dem autobiografischen Roman von Joachim Meyerhoff, am 4. April um 19.30 Uhr zur Premiere im Großen Haus des Schiller-Theaters Rudolstadt. 

„Sei authentisch, sprich Effi Briest als Nilpferd“! Mit dem, was ihm auf der Schauspielschule begegnet, hat Joachim nicht gerechnet. Überraschend besteht er die Aufnahmeprüfung und findet sich plötzlich in einem Wirrwarr aus ulkigen Schauspielübungen und dem süffigen Familienleben in seinem neuen Zuhause bei den Großeltern wieder. Inge, ehemals Schauspielerin, und Hermann, emeritierter Philosophieprofessor, führen ein gediegenes Leben, in dem Alkohol keine Nebenrolle spielt. Zwischen diesen unterschiedlichen Welten versucht Joachim, sein Leben unter Kontrolle zu bringen.

Der autobiografische Roman von Joachim Meyerhoff erzählt mit Humor und Beobachtungsgabe, ohne zu idealisieren. Er beschreibt den Weg zum Schauspielersein als einen Prozess, der geprägt ist von Umwegen und Erkenntnissen, die sich nicht immer sofort erschließen. Missgeschicke, Zweifel, Trauer, Wut und Schicksalsschläge gehören dazu. Die Lücke, die im Titel anklingt, ist nicht nur Defizit, sondern Raum für Entwicklung und Erkenntnis.

In der Rudolstädter Inszenierung von Sören Hornung teilt sich die Figur von Joachim auf vier Schauspieler auf: Anne Kies, Johannes Geißer, Franz Gnauck und Aron Torka. Als die Großeltern Inge und Hermann sind Franka Anne Kahl und Rayk Gaida zu erleben. Bühnenbild und Kostüme stammen von Freya Elisabeth Partscht.

Die Premiere am 4. April ist bereits ausverkauft. Karten bzw. Restkarten sind noch erhältlich für die Aufführungen am 7. April und 17. Mai um 15 Uhr und am 10. und 25. April, jeweils um 19.30 Uhr – zu bekommen an den üblichen Vorverkaufsstellen des Theaters, auf der Website auf www.schiller-theater.de und an der Theaterkasse in der KulTourDiele, Tel. 03672/450 10 00.

Schiller-Theater Rudolstadt