04.03.2026

Der deutsche Weltmusikpreis RUTH geht an Dota Kehr

Deutschlands größtes Festival für Roots, Folk und Weltmusik verleiht der Songschreiberin die Auszeichnung für ihre vertonten Gedichte von Mascha Kaléko

Der deutsche Weltmusikpreis RUTH geht 2026 an die Songschreiberin Dota Kehr. Mit der Auszeichnung würdigt das Rudolstadt-Festival jedes Jahr herausragende Leistungen in den Genres World, Roots, Folk und Lied. Dota Kehr bekommt die RUTH für ihr Mascha-Kaléko-Programm „In der fernsten der Fernen“.

Zur Begründung schreibt die Jury: „Nach einem Konzert steckt ihr ein Fan ein Büchlein mit Gedichten von Mascha Kaléko zu. Dota Kehr entdeckt darin eine Seelenverwandte, ist angetan von der Direktheit, der Ironie, dem Herzblut, der schlichten Eleganz. Und mitunter erschrocken ob der Aktualität mancher Verse (beispielsweise ‚Der Fremde‘). Sie fängt an, Musiken dafür zu schreiben. Mit Erfolg: Dota Kehr hat den ironisch-zärtlichen, oft aber auch melancholischen Ton von Kalékos Großstadt-Lyrik der 1920er Jahre in feine Töne gegossen, so dass die Gedichte klingen, als seien sie gerade erst in dieser Text-Musik-Form geschrieben worden. Große Kunst einer klugen Dichterin trifft auf farbige Vertonungen einer klugen Musikerin. Dafür gibt es die RUTH 2026.“

Dota Kehr lebt in Berlin und wurde Anfang der 2000er Jahre unter dem Pseudonym „Die Kleingeldprinzessin“ bekannt. Seit 2013 veröffentlichen sie und ihre Band unter dem Namen DOTA. Zwei ihrer Alben nahm die Musikerin in Brasilien auf, wo sie mit brasilianischen Künstlern wie Chico Cesár und Danilo Guilherme zusammenarbeitete. Das Preisgeld, das mit der RUTH verbunden ist, möchte Dota Kehr spenden: „Zu gleichen Teilen an Ärzte ohne Grenzen und an meinen Kollegen und Freund, den brasilianischen Musiker Danilo Guilherme, um die Behandlungskosten seiner ALS-Erkrankung zu tragen.“

Der deutsche Weltmusikpreis RUTH steht für die hohe künstlerische Qualität und außergewöhnliche Vielseitigkeit in den Bereichen World, Roots, Folk und Lied. Mit der Auszeichnung möchten die Initiatoren mehr Aufmerksamkeit für diese Genres schaffen sowie die in- und ausländische Reputation der geehrten Künstlerinnen und Künstler stärken.

Überreicht wird die RUTH seit 2002 jährlich während des Rudolstadt-Festivals in Thüringen, Deutschlands größtem Festival für Roots, Folk und Weltmusik. Seit 2020 entscheidet das zehnköpfige Organisationsteam darüber, wer die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält. Im vergangenen Jahr wurde die RUTH zweimal vergeben: an den aus Burkina Faso stammenden und in Dresden lebenden Musiker Ezékiel Wendtoin Nikiema, alias Ezé, und an die Tanzmeisterin Sigrid Doberenz aus Leipzig. Vorangegangene Ehrungen bekamen etwa das kanadische Projekt „Silent Tears. The Last Yiddish Tango“, die deutsch-iranische Musikerin Cymin Samawatie, die Band Folkländer oder der Songwriter Stefan Stoppok.

Das Rudolstadt-Festival findet diesmal vom 2. bis 5. Juli statt. Das RUTH-Konzert als Preisträgerin spielt Dota Kehr dort am Sonntag, 5. Juli, im Heinepark. Insgesamt plant das Festival für seine 34. Ausgabe rund 300 Veranstaltungen. Neben Konzerten mit Acts aus mehr als 30 Ländern gehören auch Workshops, Diskussionen und ein großes Kinderfest zum Programm. Der Länderschwerpunkt widmet sich Österreich.

Rudolstadt-Festival