26.11.2025

Offener Brief: Thüringer Städte fordern Gleichbehandlung bei der Bäderförderung

Kommunen kritisieren geplante Begrenzung der Bäderhilfen und fordern faire Förderung für alle

Mehrere Thüringer Städte und Landkreise haben sich heute mit einem gemeinsamen Offenen Brief an die Fraktionen des Thüringer Landtages gewandt. Darin kritisieren sie die im Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027 vorgesehene Begrenzung der finanziellen Unterstützung für kommunale Hallenbäder auf Gemeinden bis 15.000 Einwohner – und fordern stattdessen eine faire und bedarfsgerechte Förderung aller kommunalen Bäder unabhängig von der Größe der Kommune.

In dem Schreiben betonen die Unterzeichnenden, dass die stark gestiegenen Energiekosten alle Thüringer Bäder gleichermaßen betreffen. Technische Anlagen, Warmwasseraufbereitung, Beckenbetrieb und Lüftungssysteme verursachen in allen Hallenbädern strukturell ähnliche Kosten – oftmals in größeren Städten sogar höhere, da deutlich mehr Nutzerinnen und Nutzer bedient werden. Eine Beschränkung der Förderung allein nach Einwohnerzahl sei daher sachlich nicht gerechtfertigt und führe zu einer „erheblichen strukturellen Ungleichbehandlung“.

Zudem weisen die Kommunen darauf hin, dass insbesondere große Städte eine wichtige regionale Funktion erfüllen. Ihre Bäder sichern Schulschwimmen, Vereinssport und Freizeitschwimmen nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern auch für zahlreiche umliegende Gemeinden. Eine einseitige Förderung kleinerer Kommunen könne deshalb ganze Regionen schwächen und dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse im Freistaat widersprechen.

Auch das Schulschwimmen als landesweite Aufgabe sei ein zentraler Aspekt: Jedes Kind habe Anspruch auf Schwimmunterricht – unabhängig davon, in welcher Kommune es lebt. Eine selektive Förderung würde zwangsläufig zu Ungleichbehandlungen führen, warnen die Unterzeichnenden.

Angesichts gestiegener Energie-, Material- und Personalkosten sei eine stabile Unterstützung dringend erforderlich, um die Bäderinfrastruktur im ganzen Land aufrechterhalten zu können. Andernfalls drohten Einschränkungen oder gar Schließungen – mit langfristigen Folgen für Schwimmfähigkeit, Gesundheitsvorsorge und Vereinslandschaft.

Der gemeinsame Appell an den Landtag umfasst insbesondere:

  • Die vorgesehenen 14 Millionen Euro zur Abfederung der Energiekosten sollen allen Thüringer Kommunen mit Hallenbädern offenstehen.

  • Das Schulschwimmen muss überall gesichert bleiben.

  • Die Umlandfunktion großer Städte ist ausdrücklich zu berücksichtigen.

  • Fördermittel müssen sich am tatsächlichen Kostenbedarf orientieren – nicht an der Einwohnerzahl.

  • Eine gerechte, nachhaltige Finanzierung ist notwendig, um die Daseinsvorsorge flächendeckend zu sichern.

Die Kommunen erklären ihre Bereitschaft, gemeinsam mit dem Land an einer tragfähigen Lösung für die gesamte Thüringer Bäderlandschaft zu arbeiten.

Unterzeichner des Offenen Briefes

  • Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister Jena

  • Andreas Horn, Oberbürgermeister Erfurt

  • Kurt Dannenberg, Oberbürgermeister Gera

  • André Knapp, Oberbürgermeister Suhl

  • Peter Kleine, Oberbürgermeister Weimar

  • Knut Kreuch, Oberbürgermeister Gotha

  • Dr. Daniel Schultheiß, Oberbürgermeister Ilmenau

  • Christoph Ihling, Oberbürgermeister Eisenach

  • Dr. Johannes Bruns, Oberbürgermeister Mühlhausen

  • André Neumann, Oberbürgermeister Altenburg

  • Kai Buchmann, Oberbürgermeister Nordhausen

  • Jörg Reichl, Bürgermeister Rudolstadt

  • Dr. Steffen Kania, Bürgermeister Saalfeld/Saale

  • Frank Spilling, Bürgermeister Arnstadt

  • Fabian Giesder, Bürgermeister Meiningen

  • Dr. Heiko Voigt, Bürgermeister Sonneberg

  • Olaf Müller, Bürgermeister Apolda

  • Matthias Reinz, Bürgermeister Bad Langensalza

  • Alexander Schulze, Bürgermeister Greiz

  • Christian Zwingmann, Bürgermeister Leinefelde-Worbis

  • Ralf Hauboldt, Bürgermeister Sömmerda

  • Thomas Spielmann, Bürgermeister Heilbad Heiligenstadt

  • Klaus Bohl, Bürgermeister Bad Salzungen

  • Matthias Jendricke, Landrat Nordhausen

  • Peggy Greiser, Landrätin Schmalkalden-Meiningen

  • Thomas Ahke, Landrat Unstrut-Hainich-Kreis

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