06.01.2026

Vom Traum, das Schicksal zu verändern

Calderóns Versdrama mit Schauspielmusik und Orchester im Schiller-Theater Rudolstadt

Wo endet das Schicksal und wann beginnt die eigene Freiheit? Wann wird Hoffnung zur Illusion und was bleibt, wenn wir aus dem Träumen erwachen? Mit dem Versdrama „Das Leben ein Traum“ hält uns Pedro Calderón de la Barca die moralphilosophischen Zwickmühlen der menschlichen Existenz wie einen Spiegel vor Augen. In Rudolstadt bekommt eines der größten Stücke des Goldenen Zeitalters des spanischen Theaters eine besondere Verankerung: In einer Koproduktion verbinden Schauspiel und Orchester Calderóns zeitlose Thematik mit der Schauspielmusik von Traugott Maximilian Eberwein und neuen Kompositionen. Die Premiere findet am Samstag, 31. Januar um 19.30 Uhr im Großen Haus statt.

Im Zentrum der Handlung steht König Basilius, der von einer Prophezeiung erfährt: Sein Sohn Sigismund sei dazu bestimmt, Gewalt und Tod über das Reich zu bringen. Um sich selbst und sein Königreich zu schützen, hält der König seinen Sohn von Geburt an versteckt in Gefangenschaft. Als sich bei Basilius jedoch allmählich Zweifel  breit machen, gewährt er dem Prinzen einen einzigen Tag auf dem Thron, um sich der Prophezeiung zu vergewissern: Falls er vernünftig und gerecht regiert, soll er König bleiben, andernfalls wird er mit einem Schlaftrunk betäubt und ihm suggeriert, Macht und Herrscherprunk seien nicht mehr als nur ein Traumgespinst gewesen. Sigismund muss sich als Herrscher beweisen, doch sein unberechenbares Handeln entfacht Konflikte, Revolten und dramatische Wendungen. Calderón verwebt moralische Fragen und politische Spannungen, bei dem Traum von Wirklichkeit kaum mehr zu unterscheiden ist.

Pedro Calderón de la Barca gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker des spanischen Goldenen Zeitalters. In seinem 1636 in Madrid uraufgeführtem Versdrama „Das Leben ein Traum“ verbindet er philosophische, politische und theologische Fragen. Die Rudolstädter Inszenierung in der Bühnenfassung von Soeren Voima knüpft bewusst an die lokale Theatergeschichte an: Bereits 1820 war Calderóns Drama im damaligen Komödienhaus mit einer eigens komponierten Schauspielmusik von Traugott Maximilian Eberwein zu sehen. Anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten wird diese musikalische Tradition nun neu aufgegriffen und durch eine Kooperation mit der Kompositionsklasse der Filmuniversität „Konrad Wolf“ Babelsberg erweitert.

Die Inszenierung von „Das Leben ein Traum“ entsteht unter der Regie von Mario Holetzeck als Koproduktion von Schauspiel und Orchester. Die musikalische Leitung übernimmt Oliver Weder, es musizieren die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Gundula Martin verantwortet Bühne und Kostüme, die Choreografie liegt bei Gundula Peuthert. Dramaturgisch begleitet wird die Produktion von Ingo Lößer-Boyny und Michael Kliefert. In den zentralen Rollen sind Johannes Arpe als Basilius, König von Polen, und Marcus Horn als Sigismund zu sehen, daneben spielen Jochen Ganser, Michael Goralczyk, Clara Sindel, Klaudia Raabe und Marcus Ostberg.

Parallel zur Premiere eröffnen um 18.30 Uhr im Foyer des Großen Hauses Intendant Steffen Mensching, Generalmusikdirektor Oliver Weder und Dr. Peter Larsen vom Eberwein-Archiv anlässlich des 250. Geburtstags von Eberwein eine Ausstellung zu Leben, Werk und Wirken des Komponisten sowie zu der durch ihn geprägten Hofkapell- und Theatergeschichte Rudolstadts.

Karten für die Premiere sowie für weitere Aufführungen sind erhältlich an den üblichen Vorverkaufsstellen des Theaters, auf der Website auf www.schiller-theater.de und an der Theaterkasse in der KulTourDiele, Tel. 03672/450 10 00. Im Vorfeld sind alle Interessierten am Sonntag, den 25. Januar, um 10 Uhr herzlich zum Theaterfrühstück im Kaffeehaus Wenzel in Rudolstadt eingeladen, um sich über das Stück und seine Hintergründe auszutauschen. Eine Reservierung unter Tel. 0 36 72/4 80 14 14 wird empfohlen.

Premiere am 31.01.2026, Rudolstadt, Großes Haus

Das Leben ein Traum

Schauspiel von Pedro Calderón de la Barca

Bühnenfassung von Soeren Voima mit Musik von Traugott Maximilian Eberwein

u. a. / Koproduktion von Schauspiel und Orchester / Kooperation mit der Kompositionsklasse der Filmuniversität »Konrad Wolf« Babelsberg

Regie: Mario Holetzeck
Musikalische Leitung: Oliver Weder
Bühne und Kostüme: Gundula Martin
Choreografie: Gundula Peuthert
Dramaturgie: Ingo Lößer-Boyny, Michael Kliefert

Mit: Johannes Arpe, Marcus Horn, Jochen Ganser, Michael Goralczyk, Clara Sindel, Klaudia Raabe, Marcus Ostberg sowie Schauspielerinnen und Schauspielern des Spielensembles / Es spielen die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt

Schiller-Theater Rudolstadt