Kurz nach 1:00 Uhr am Neujahrsmorgen wurden Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte zu einem Brand in einer Siloanlage der BKK Biodiesel GmbH im Industriegebiet alarmiert. Während vielerorts das neue Jahr noch begrüßt wurde, begann für die Einsatzkräfte ein umfangreicher Einsatz, der derzeit noch andauert.
Der Brand brach zunächst im mittleren von drei Silos aus. Im weiteren Verlauf wurde auch ein weiteres Silo in Mitleidenschaft gezogen. In den betroffenen Silos lagert sogenannter Rapsskuchen, ein Nebenprodukt der Rapsverarbeitung, der im Inneren der Anlage brennt. Die Brandursache ist derzeit ungeklärt.
Die Einsatzkräfte konzentrieren sich aktuell auf eine kontinuierliche Bauwerkskühlung, um eine weitere Erhitzung der Silos und eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Messungen zeigen, dass die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit deutlich ansteigen, sobald Kühlmaßnahmen unterbrochen werden. Um die Brandbekämpfung nachhaltig voranzubringen, ist vorgesehen, die betroffenen Silos mechanisch zu öffnen und das Brandgut kontrolliert zu entnehmen. Hierfür werden zusätzliche Kräfte mit schwerem Gerät, darunter Bagger mit Abrissgreifern, eingesetzt.
Der Einsatz von Löschschaum zeigte in der Anfangsphase nicht den gewünschten Erfolg und wird derzeit nicht weiter verfolgt. Stattdessen setzen die Einsatzkräfte auf Kühlung, gezielte Öffnungen und die spätere Entnahme des Brandmaterials.
Zur Ableitung von Rauch- und Brandgasen wurden zusätzliche Abluftöffnungen an der Gebäudehülle geschaffen. Dies dient dem Schutz der Einsatzkräfte und verhindert einen Wärmestau innerhalb der Anlage. Trotz dieser Maßnahmen kommt es weiterhin zu einer deutlichen Rauch- und Geruchsbelästigung. Da sich der Einsatzort im Industriegebiet befindet, sind Wohngebiete nach derzeitiger Einschätzung nicht unmittelbar betroffen.
Im Einsatz sind neben den örtlichen Feuerwehren auch spezialisierte Einheiten mit Atemschutztechnik, Hochleistungslüftern und Führungsfahrzeugen. Unterstützt werden sie durch das Technische Hilfswerk mit Bergungsgruppe, Fachberater und Verpflegungseinheit sowie durch den Rettungsdienst zur sanitätsdienstlichen Absicherung der Einsatzkräfte.
Der Brandort liegt im Bereich eines betrieblichen Havarie- und Rückhaltesystems. Nach aktuellem Stand besteht keine Gefährdung für die öffentliche Abwasserentsorgung oder die Kläranlage. Die Lage wird weiterhin engmaschig überwacht.
Wie lange der Einsatz noch andauern wird, ist derzeit nicht absehbar. Nach Eintreffen der zusätzlichen Technik rechnen die Einsatzkräfte mit zeitintensiven Arbeiten zur Öffnung der Silos und zur vollständigen Brandbekämpfung.
Die Stadt dankt allen eingesetzten Kräften für ihren engagierten und professionellen Einsatz – insbesondere für die schnelle Einsatzbereitschaft in der Neujahrsnacht sowie die anhaltende Arbeit unter schwierigen Bedingungen.
