Vom 9. bis 11. Oktober ist Matthias Grünert, erster Kantor der Dresdner Frauenkirche, zur Jubiläums-„OrgelFahrt“ im Kirchenkreis und darüber hinaus zu Gast. Das Motto „Unterwegs zwischen Schiefergebirge und Saaleaue“ führt den Kirchenmusiker unter anderem nach Eichicht, Arnsgereuth und Saalfeld. Seit nunmehr 20 Jahren ist der gebürtige Franke mit verschiedenen Orgelkonzert-Formaten unterwegs. Im Interview erzählt er, was für ihn den besonderen Reiz der „OrgelFahrt“ ausmacht und was er sich für die kommenden Jahre wünscht.
Wie ist die „OrgelFahrt“ entstanden?
Matthias Grünert: Ursprünglich gab es das Format der „OrgelArena“ – mehrere Orgelkonzerte in einer Region. Das war ein großer Erfolg. Wir hatten damals ein festes Stammpublikum, das mit uns von Ort zu Ort gereist ist. Diesen Erfolg wollten wir auch in andere Regionen tragen und zugleich neue Zuhörer erreichen. So entstand zusätzlich die Idee der „OrgelFahrt“: mehrere Konzerte an verschiedenen Orten und Tagen, mit einem abwechslungsreichen Programm und gut zugänglicher Musik.
Was ist das Besondere an der „OrgelFahrt“?
Die „OrgelFahrt“ ist gewissermaßen ein Crashkurs in Sachen Orgel. Man erlebt in kurzer Zeit mehrere Instrumente – und damit ganz unterschiedliche Klangwelten und Akustiken. Gleichzeitig ist der Rahmen eher locker. Manchmal ergibt sich vor dem Auftritt noch ein kurzes Schwätzchen mit den Besuchern. Und gelegentlich beginnt ein Konzert auch nicht ganz pünktlich – schließlich sind die einzelnen Stationen eng getaktet. Vor allem ist die „OrgelFahrt“ aber für die Zuhörer sehr nahbar. Ich spiele oft in kleinen Dorfkirchen mit Emporen, von denen die Besucher mich beobachten können. Das schafft eine ganz besondere Nähe zum Instrument und zum Musiker.
Mit der „OrgelFahrt“ waren Sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten in zahlreichen Kirchen zu Gast. Ist Ihnen eine Orgel besonders in Erinnerung geblieben?
Das ist schwer zu sagen. Als Organist sollte man schließlich möglichst vielfältig aufgestellt sein und sich auf unterschiedliche Instrumente einstellen können. Vereinzelt sind mir leider einige weniger gut erhaltene Exemplare in Erinnerung geblieben. Aber es gibt ebenso sehr, sehr viele Orgeln, die wunderbar restauriert wurden. Und mitunter werde ich selbst in der kleinsten Kirche von einer wunderschönen „Königin der Instrumente“ überrascht.
Auf welche Höhepunkte dürfen sich die Zuhörer bei der Jubiläumsausgabe der „OrgelFahrt“ freuen?
Das vorletzte Konzert am Sonntagabend in der Saalfelder Johanneskirche ist ein ganz besonderer Höhepunkt. Dort werde ich gemeinsam mit Helmut Fuchs, einem hervorragenden Trompeter der Sächsischen Staatskapelle Dresden, musizieren dürfen. Darauf freue ich mich schon sehr.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der „OrgelFahrt“?
Das Format ist einfach fantastisch und erlebt deshalb auch einen solchen Zuspruch. Mein Wunsch ist, dass dies auch künftig so bleibt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind wir auch als Team – all die Menschen, die hinter dem Projekt stehen – zusammengewachsen. Wenn abends ein Konzerttag hinter uns liegt, sitzen wir oft noch gemütlich zusammen, und am nächsten Morgen geht es direkt weiter. Das ist ein sehr dichter Zeitrahmen. Für unser Miteinander wünsche ich mir, dass diese Energie erhalten bleibt.
Was liegt Ihnen persönlich noch auf dem Herzen?
Ich möchte vor allem den Menschen danken, die die „OrgelFahrt“ seit Jahren unterstützen. An erster Stelle stehen für mich die drei Organisatoren Christiane Linke, Claudia Bari und Matthias Creutzberg. Aber natürlich gilt mein Dank auch all den anderen, die vor Ort dafür sorgen, dass alles funktioniert: diejenigen, die die Kirchen aufschließen, die Kerzen anzünden oder das Licht anschalten und sich um so viele Dinge kümmern, die für die Besucher selbstverständlich wirken. Sie engagieren sich allesamt ehrenamtlich und stecken unglaublich viel Kraft in dieses Projekt. Dafür bin ich sehr dankbar!
