Weltmusikpreis RUTH am Abschlusstag
Mit der Verleihung des Deutschen Weltmusikpreises RUTH an die Songschreiberin Dota Kehr stand am letzten Tag noch einmal ein besonderes Konzert auf dem Programm. Das Festival erwartete dafür erneut großes Publikumsinteresse – ähnlich wie am Freitag zum Orchesterprojekt mit dem Grammy-nominierten Perkussionisten und Handpan-Spieler Manu Delago. Allein für dieses einmalige Konzert gemeinsam mit den Thüringer Symphonikern strömten rund 8.500 Menschen in den Heinepark. Zum Auftakt hatte am Donnerstag die Band „Make A Move“ gespielt, die mit ihrem Brass-Funk-Rap das Publikum begeisterte. Auf das umjubelte Eröffnungskonzert folgten in Rudolstadt mehr als 330 Auftritte von Bands und Solokünstler:innen aus fast 40 Ländern.
Gelungener Wechsel von der Heidecksburg in den Park
Wegen Bauarbeiten mussten Highlights, die sonst auf der Heidecksburg stattfinden (u.a. RUTH- Verleihung, Orchesterprojekt, Jugendfolkorchester), in diesem Sommer in den Heinepark wandern. Dieser Wechsel ist ebenso geglückt und vom Publikum angenommen worden wie die Einführung ganz neuer Spielstätten in der Innenstadt. Durch diese und andere Veränderungen konnte das Festival ein ebenso umfangreiches Programm bieten wie in den zurückliegenden Jahren.
Österreich als sehr präsenter Schwerpunkt
Im Mittelpunkt stand diesmal Österreich. Aus Sicht von Programmdirektor Bernhard Hanneken ein ausgesprochen präsenter Länderschwerpunkt: "Auftritte des international renommierten Künstlers Simon Mayer im Bereich Tanz stachen ebenso heraus wie das burgenlandkroatische Vokalensemble BasBariTenori oder der Indie-Pop-Musiker RIAN. Auch ein sehr substanzielles Symposium bereicherte den Fokus Österreich, das gemeinsam mit der Hochschule für Musik Weimar veranstaltet wurde und zu dem ein Tagungsband geplant ist."
Festival mit Strahlkraft weit über Region hinaus
Für Festivaldirektorin Petra Rottschalk hatte es gerade an diesem Wochenende eine besondere Bedeutung, dass neben dem Länderschwerpunkt wieder künstlerische Beteiligte aus allen Kontinenten an die Saale kamen: "In Rudolstadt war das Gegenstück dessen zu erleben, was vom AfD-Parteitag in Erfurt ausging. Hier zeigten sich Thüringens Offenheit und Gastfreundschaft, der entschlossene Wille zu Verständigung und Menschlichkeit." In diesem Sinne wirke das Rudolstadt- Festival in die gesamte Region hinein und weit darüber hinaus.
"Die einzigartige Atmosphäre und Strahlkraft verdanken wir vor allem auch dem engagierten Miteinander unserer zahlreichen Teams hinter den Kulissen und deren spürbarer Leidenschaft für dieses Festival", betont Simone Dake, neben Petra Rottschalk ebenfalls als Festivaldirektorin verantwortlich für die viertägige Veranstaltung. Organisatorisch besonders gefordert war einmal mehr der Fahrdienst, denn zahlreiche Künstler und Künstlerinnen waren von Zugverspätungen und der angespannten Verkehrssituation an diesem Wochenende rund um Erfurt betroffen.
Ausgabe 2027 mit Länderschwerpunkt Korea
Im nächsten Jahr zur 35. Ausgabe ist wieder ein außereuropäischer Länderschwerpunkt an der Reihe. Er widmet sich Korea und wird in einem kontrastreichen Line-up die vielseitige Musik des ostasiatischen Landes abbilden.
Seine Zusammenarbeit mit der European Broadcasting Union (EBU) setzt das Festival auch 2027 fort. Im Rahmen dieser Partnerschaft kommen dann schon zum siebenten Mal rund ein Dutzend Gruppen nach Rudolstadt. Hierbei beteiligen sich etwa die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten MDR, BR und ORF.
Im kommenden Jahr findet das Rudolstadt-Festival vom 1. bis 4. Juli statt.
06.07.2026
Rudolstadt-Festival 2026
Deutschlands größtes Festival für Roots, Folk und Weltmusik geht am Sonntagabend zu Ende. Fast 90.000 Besucherinnen und Besucher kamen zur 34. Ausgabe mit Beteiligten aus rund 40 Ländern.
Rudolstadt-Festival
