01.06.2026

Neue „mini bib.“ in Rudolstadt-Schwarza eröffnet

Ehemalige Telefonzelle wird am Ärztehaus in der Neuen Schulstraße zum offenen Ort für Bücher, Austausch und Begegnung

Am vergangenen Freitag wurde am Ärztehaus in der Neuen Schulstraße in Rudolstadt-Schwarza die neue „mini bib.“ offiziell eröffnet. Pünktlich zum Tag der Nachbarschaft entstand damit ein neuer kleiner Ort für Lesefreude, Austausch und Begegnung. Die ehemalige gelbe Telefonzelle wurde zu einer öffentlichen Büchertauschzelle umgestaltet und steht künftig allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

Die Idee ist ebenso einfach wie charmant: Wer ein gutes Buch gelesen hat, kann es hineinstellen. Wer neuen Lesestoff sucht, darf stöbern und ein Buch mitnehmen. So wird aus einer früheren Telefonzelle ein neuer Ort der Kommunikation – nicht mehr über Hörer und Leitung, sondern über Geschichten, Gedanken und Begegnungen.

„Heute ist ein besonderer Tag für unsere Gemeinschaft. Am Tag der Nachbarschaft eröffnen wir gemeinsam unsere neue mini bib. – eine kleine Büchertauschgelegenheit mit großer Bedeutung“, sagte Quartiersmanager Ralf Appelfeller bei der Eröffnung. Bücher würden Menschen verbinden, Geschichten erzählen, Wissen vermitteln, Erinnerungen wecken und neue Perspektiven eröffnen. „Mit dieser Mini-Bibliothek schaffen wir einen Ort, an dem genau das möglich wird: ein Ort des Teilens, des Entdeckens und der Begegnung.“

Auch Bürgermeister Jörg Reichl würdigte das gemeinsame Engagement vieler Beteiligter. „Viele Hände haben dazu beigetragen, dass diese kleine Bibliothek heute hier steht“, sagte Reichl. Sein Dank galt besonders der Volksbank eG Gera · Jena · Rudolstadt, die die ehemalige Telefonzelle bereitgestellt, aufarbeiten und aufwerten ließ. Ebenso dankte er der RUWO mbH für die Bereitstellung des Standortes, dem städtischen Bauhof, dem Fachdienst Kultur, Jugend, Tourismus und Sport, der Stadtbibliothek, der AWO mit dem Quartiersmanagement, der Initiative A.S.T.A. sowie dem Team des Friseursalons Masson, das sich künftig um die Öffnung und Schließung der Mini-Bib kümmern wird.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 15.000 Euro. Den größten Anteil übernimmt die Volksbank eG Gera · Jena · Rudolstadt: Rund 10.000 Euro flossen in die Bücherzelle selbst, ihre Bereitstellung, Aufarbeitung und Gestaltung. Die übrigen Kosten trägt die Stadt Rudolstadt, unter anderem für Erdarbeiten, Pflasterarbeiten, Fundament- und Zugangsflächen sowie die Montage.

Für die Volksbank eG Gera · Jena · Rudolstadt sprach Harald Radermacher, Vorstandsmitglied der Bank. Er betonte, dass die Bücherzelle weit mehr sei als ein nostalgisches Objekt. „Was auf den ersten Blick nur eine ehemalige Telefonzelle ist, steht bei genauerem Hinsehen für sehr viel mehr: für kulturelle Bereicherung, für gelebte Gemeinschaft, für Verantwortung füreinander – und für die Freude am Lesen.“ Die Geschichte der Bücherzelle begann bereits 2024, als die Volksbank eine gut erhaltene gelbe Telefonzelle erwerben konnte. Beim Volksbank-Benefizfußballturnier in Rudolstadt entstand im Gespräch mit Bürgermeister Jörg Reichl schließlich die konkrete Idee, daraus eine Büchertauschzelle für Rudolstadt zu machen.

Radermacher stellte das Projekt zugleich in den größeren Zusammenhang des gesellschaftlichen Engagements der Volksbank. Wirtschaftliches Handeln und Verantwortung für die Region gehörten für die Genossenschaftsbank zusammen. Passend dazu erinnerte er bei der Eröffnung an den genossenschaftlichen Gedanken: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“ Gerade die neue Mini-Bib zeige, wie Stadtverwaltung, Wohnungswirtschaft, Handwerk, soziale Träger, Ehrenamtliche und regionale Partner gemeinsam etwas schaffen können, das die Lebensqualität vor Ort stärkt.

Der Tag der Nachbarschaft bot für die Eröffnung den passenden Rahmen. Der Aktionstag möchte Menschen zusammenbringen, Begegnungen ermöglichen und Isolation entgegenwirken. Genau daran knüpft die neue „mini bib.“ an: Sie ist offen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren und soll im Alltag niedrigschwellig Zugang zu Büchern, Bildung und Kultur ermöglichen.

„Ich wünsche unserer Mini-Bib viele interessierte Leserinnen und Leser, spannende Bücher und vor allem viele schöne Begegnungen“, sagte Bürgermeister Reichl abschließend. „Lassen Sie uns diesen Ort mit Leben füllen – durch Lesen, Tauschen und miteinander ins Gespräch kommen.“

Damit beginnt für die ehemalige Telefonzelle ein neues Kapitel: Aus einem Ort der Gespräche wird ein Ort der Geschichten, in Rudolstadt-Schwarza und offen für alle.

Michael Wirkner | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit