Mit einer bemerkenswerten Resonanz ist am Samstag, 12. September, der Kulturmarathon 12h50' durch Rudolstadt gegangen. Über den gesamten Tag hinweg nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Stadtgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Das Programm führte vom Alten Rathaus über die Heidecksburg und die Stadtbibliothek bis zur Stadtkirche, ins Rathaus, in die Ankerstein-Manufaktur, ins Schillerhaus und ins Cineplex.
Den Auftakt bildete am Morgen das Stadt-(Pub)-Quiz im Alten Rathaus. In Teams wurde gemeinsam über spannende, überraschende und auch humorvolle Fragen zur 1250-jährigen Stadtgeschichte gerätselt. Bei Kaffee, Croissants und Brezeln konnten sich die Teilnehmenden zugleich für den langen Kulturtag stärken.
Anschließend führte der Weg hinauf auf die Heidecksburg. Dort war die Nachfrage nach dem Vortrag von Museumsdirektorin Sabrina Lüderitz über "Rudolstadt und die Schwarzburger" so groß, dass zusätzliche Stühle bereitgestellt werden mussten. Auch beim anschließenden Rundgang durch die Sonderausstellung "Stadtgeschichte - Gesammelt - Bewahrt" wurde es in den Ausstellungsräumen eng. Das große Interesse zeigte, wie sehr die Geschichte Rudolstadts auch im Jubiläumsjahr Besucherinnen und Besucher bewegt. Der Kulturmarathon war im offiziellen Festwochenprogramm mit Stationen über den gesamten Tag angekündigt worden.
Im Hof der Stadtbibliothek stand anschließend die Rudolstädter Mundart im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Heike Fölzer, ehemalige stellvertretende Schulleiterin der Anton-Sommer-Schule, konnten Gäste die "Rolschter" Mundart kennenlernen und sich anhand von Texten Anton Sommers selbst im Verstehen und Sprechen versuchen. Auch Besucherinnen und Besucher trugen Gedichte und Texte in Mundart vor. Bei Bratwurst und Getränken entstand unter den aufgespannten Sonnenschirmen und bei bestem Wetter eine lockere Atmosphäre.
Großen Andrang gab es ebenfalls in der Stadtkirche St. Andreas. Viele Interessierte wollten einen Blick in die Gruft der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt werfen. Aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse konnte die Besichtigung nur nach und nach erfolgen, sodass sich zeitweise eine längere Schlange bildete. Dr. Lutz Unbehaun vermittelte Hintergründe zur Geschichte der Gruft und beantwortete die Fragen der Gäste.
Für Dr. Lutz Unbehaun ging es direkt im Rudolstädter Rathaus weiter. Im Sitzungssaal stellte er unter dem Titel "Stadtgesichter" bekannte Ehrenbürger Rudolstadts, ihre Verdienste und ihr Nachwirken vor. Knapp 100 Besucherinnen und Besucher verfolgten den Vortrag. Weitere Stationen des Kulturmarathons waren unter anderem die Ankerstein-Manufaktur, das Schillerhaus und das Cineplex.
Am Abend kehrte das Programm ins Schillerhaus zurück. Laura Lenhardt und ihre musikalischen Begleiter sorgten mit Klassikern, Chansons, zeitgenössischen Stücken und eigenen Kompositionen für den musikalischen Abschluss. Bei Wein und Speisen konnten die Gäste den Sommertag und die vielen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen. Um 22.20 Uhr endete der Kulturmarathon mit einem Sektempfang durch Bürgermeister Jörg Reichl.
Nach 12 Stunden und 50 Minuten blieb die Bilanz eines erfolgreichen Kulturtages mit vielen Begegnungen und vielfältigen Einblicken in Geschichte, Sprache und Persönlichkeiten Rudolstadts. Der Kulturmarathon machte Stadtgeschichte an ganz unterschiedlichen Orten erlebbar und zeigte zugleich, wie groß das Interesse an der kulturellen Vielfalt der Stadt ist.
